"Siegener Kachel-Ofen" um 1835
Vermutlich Achenbach/Buschhütten
Technikbestimmter, in vier Hauptteilen hergestellter Biedermeierofen in runder Grundform und zeittypisch eleganter Oberflächengestaltung. Der durch symmetrische Schlichtheit und seinen hüttentypischen „Glattschliff“ glänzende Ofen erfüllte den Zeitgeschmack gutbürgerlicher Kreise.
Ringwulstartig-zylindrischer Aschenkastensockel mit einschiebbarem Aschenkasten auf oktaedrischem, blechbeschlagenem Original-Fichtenholzsockel. Randverstärkter Brennraum mit Primärluftklappe und geräumiger Feuerungstüre. Schwere, einteilig gegossene Kochkammer mit übergroßer Kochfachtüre. Schmucklos-zylindrischer Rauchgassammler mit Rauchrohrstutzen. Fein ziselierte Bedienelemente: Aschenkastenblende mit Löwenkopf und Ziehring, Zuluftklappe mit Fruchtgirlande, Feuerungs- und Kochfachtüre mit Schnuroptik in Rosettenform. Der Eisenhammer Buschhütten wird schon im 15. Jahrhundert erwähnt.
Im Jahre 1804 wurde Achenbach vom königlich preußischen "Fabrikencommissarium" F.A.A. Eversmann als Lieferant "schöner Gußwaaren" erwähnt. Dazu gehörten wohl auch die im Lehmgußverfahren hergestellten und anschließend "polierten Öfen". Aus Archivunterlagen der Familie Achenbach ist ersichtlich, dass „polierte und beschlagene Säulenöfen“ bereits 1819 zum Standardprogramm gehörten. Inwiefern der auch für das Hüttenwerk tätige Künstler der Düsseldorfer Schule, H. Mengelnberg zu Elberfeld, am Entwurf dieses Ofens beteiligt war, bleibt unklar.
Vgl. Öfen Nr. 189 und 253. Zur Bezeichnung "Kachel-Ofen" vgl. Ofen Nr. 058 und 059.

Sammlung
Copyright 2014-2023 | Deutsches Eisenofenmuseum | Karin Michelberger & Wilfried Schrem | Impressum & Datenschutz