Sammlung

"Siegener Kachelofen" um 1880
Verm. W.Ernst Haas & Sohn, Neuhoffnungshütte/Sinn

In vier Hauptteilen gegossener „Kachelofen“ in runder Grundform mit auffallend hoher „Kochkachel“ in typentsprechender vertikaler Architektur. Gekehlter Aschenkastensockel mit einschiebbarem Aschenkasten in stabiler Ausführung. Brennraumunterteil mit Rostlager, Rundrost und Primärluftklappe. „Typtypischer“, kelchartig gearbeiteter Brennraum mit großer Feuerungstüre. Auffällig ausladende, hohe Kochkachel mit großer, korpusangepasster und fleuronartig randverzierter Türöffnung sowie zentraler Blattblütenkartusche.
Unauffällige, vertikale Verschlusstechnik sämtlicher Funktionstüren. Schlichter Reduzierrahmen als Übergangsstück zu zylindrischem Rauchgassammler mit rückseitigem Rauchrohrstutzen und frontseitigem Zierelement in schildartig-arabesker Ausgestaltung. Einteilig gegossene Zierkrone mit ebenfalls vegetabiler Ornamentik. Der vermutlich nach „Siegerländer“ Vorbild entworfene Ofen wurde in vier unterschiedlichen Größen angeboten und ergänzte das vielfältige Ofen- und Herdprogramm der Neuhoffnungshütte zu dieser Zeit.
Auf die Architektur und die kunstvolle Ausgestaltung der Öfen wurde in der Familie Haas von jeher größter Wert gelegt. Mit wachsender Bedeutung des Brennstoffs Kohle zu Beginn des 19. Jahrhunderts fanden vermehrt auch kochtaugliche Dauerbrandöfen mit Koch- und Warmhalteeinrichtungen Einzug in vor allem städtische Haushaltungen. Zudem waren die aus wenigen Bauteilen gefertigten Öfen einfach auf- und abzubauen. Vgl. Öfen
Nr.093 und 253.

Höhe: 157 cm
Durchmesser: max. 42 cm
Gewicht: ca. 90 kg
Brennstoff: H, T, LK, KK
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