Sammlung

„Siegener Kastenofen“ um 1845
Engelhard Achenbach seel. Söhne/Buschhütten

Wuchtiger, in fünf Hauptteilen hergestellter, ursprünglich auf hölzernem, achteckigem Fußsockel ruhender „Kastenofen“ in runder Grundform mit großer „Kochkachel“. Auf der Basis raumseitig zu befeuernder Absatz- bzw. Mittenenger-Öfen“ konzipierter Hinterladerofen mit wandseitigem Brennraum in Kastenform und reversibler Rosteinlage, vorrangig für langflammige Brennstoffe. Noch im Lehmgussverfahren gefertigte Bauteile. In vertikaler Abfolge: Schwerer, funktionsloser, zylindrischer Unterbau. Auffälliges Hauptteil mit raumseitiger Zuluftklappe. Trommelartige „Koch-Kachel“ mit großem, korpusangepasstem, lorbeerkranzverziertem Türelement, senkrecht verschließbar. Zylindrischer, drehbarer Rauchgassammler mit Schrägrohrstutzen, Deckelhaube und Kronenteile in Blattwerksornamentik. Neben der ausgefallenen Form beschränkt sich die bildhafte Ausgestaltung auf eine allegorische Darstellung des Friedens, dargestellt durch eine Engelsfigur.
Marienborn und Kaan gehörten zu den ältesten Eisenhütten im Siegerland. Beide Hütten erzeugten sowohl Eisen wie Gusswaren; zu Beginn des 15. Jahrhunderts wird auch bereits eine „Schleifmühle“ erwähnt. Das maschinell-handwerkliche Können der Hütte bzgl. der Gussbearbeitung - speziell der „polierten“ Öfen - sowie die Verbindung zur Düsseldorfer Schule zu Beginn des 19. Jahrhunderts verhalfen den dort entstandenen Gusswaren zu überregionaler Anerkennung. Die zunehmende Verlagerung der Produktpalette hin zum lukrativen Walzenguss führte Anfang der Sechzigerjahre des 19. Jahrhunderts zur Einstellung des Ofengusses. Mit der Bezeichnung „Kasten“ wird entwicklungsgeschichtlich im Ofenbau ein das offene Feuer - meist in kubischer Form - umschließender „Raum“ genannt. Vgl. Öfen Nr. 093 und 189.

Höhe: 157 cm
Breite: 40 cm
Tiefe: max. 80 cm
Gewicht: ca. 120 kg
Brennstoff: H, T, LK
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