Sammlung

„Plattenofen“, datiert 1700
Eisenwerk Königsbronn/Königsbronn

Klassischer Fünfplattenofen mit gusseisernem, zugverlängerndem Aufsatz und Kochkammer. Frontseitig mit den Initialen „E.L.H.Z.W.“ für Eberhard Ludwig Herzog zu Württemberg und der Jahreszahl 1700 versehene Wappenplatte des alten Typs. Noch mit schwerer Akanthus- und Pflanzenornamentik ausgestaltete Seitenplatten, vermutlich nach Johann Paulus, mit über Eck verschraubten, schuppenverzierten Eckleisten. Der mit stabrand- und medaillongefassten Genien der Landwirtschaft nach Conrad Weitbrecht (1796-1836) sowie filigran-naturalistischem Flächenmuster versehene mehrteilige Aufsatz aus den Dreißigerjahren des 19. Jahrhunderts ist ein Belegstück für die generationsübergreifende Nutzung dieses Ofentyps: Nicht selten fanden gut erhaltene Unteröfen weiter Verwendung und es wurden - unter Beibehaltung der Grundrahmen - nur einzelne Teile ausgetauscht oder ergänzt. Auch Zugverlängerer aus Keramik oder getriebenem Blech konnten zum Einsatz kommen. Vgl. Öfen Nr. 216 und 147.
Plattenöfen gehörten zu den am längsten gegossenen Ofentypen. Rückblickend kann dieser Ofentyp als „Brennraum für Biomasse“ definiert werden.
Die sowohl politisch wie auch sozio-ökonomische Neuordnung „deutscher Lande“ der durch den 30-jährigen Krieg unterschiedlich stark betroffenen Landesteile ermöglichte in Königsbronn/Württbg. immerhin bereits ab Mitte des 17. Jahrhunderts einen geregelten Wiederaufbau: 1651 wurde dort der erste Hochofen angeblasen.

Höhe: 160 cm
Breite: max. 98 cm
Tiefe: max. 108 cm
Gewicht: ca. 450 kg, incl. Ofensockel/Sandstein
Brennstoff: H, T
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