„Bairischer Herdgussofen mit Bratrohr“ um 1850
Süddeutsche Provenienz
Klassischer Fünfplattenofen mit breitem Oberrahmen und einteilig gefertigtem zugverlängerndem Aufsatz: Ursprünglich aus Schwarzblech gefertigt und mit Warmhaltefach unter der rundbogengefassten Durchreiche versehen, ist dieser nun rekonstruiert aus Kupferblech.
Von der Küche aus eintürig rostlos zu befeuernder Hinterlader mit Wasserschiff und raumseitigem „Bratrohr“, beides nachträglich eingebaut: Damit auffälliges Belegstück für den Einfallsreichtum früherer Generationen auf der Suche nach multifunktionalen Holzöfen.
Die meergrün lackierte Holzeinfassung der Bodenplatte aus Solnhofer Natursteinen diente als Auflage für den gusseisernen, mit Meerjungfrauen ausgestalteten „Ofen-Fuss“.
Auch wenn sich dieser eindeutig den Wasseralfinger Hüttenwerken zuschreiben lässt, bleibt die Herkunft der Ofenplatten fraglich. „Diogenes in der Tonne“ über flach ausgeführten Girlanden mit Widderköpfen sowie „geflügelte Löwen“ auf den Seitenplatten, jeweils in geringer Plastizität, sind nicht den Brenztalhütten zuzuordnen. Dies gilt auch für die getrennt gegossenen Applikationen des Blechaufsatzes, wie den "Putto, einen Geißbock bei den Hörnern fassend".

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