"Elektroofen" um 1955
Ahlmann-Carlshütte KG/Rendsburg
Norddeutscher Plattenofen in landestypischer Aufmachung mit auffälligen Reliefschnitten namhafter Vorlagenkünstler: Aus Stabeisen geschmiedetes, gedrehtes Fußwerk, „Stülpe“ aus Messing sowie ebenfalls aus Messing kugelförmig gefertigte, abschraubbare Handwärmer. Zwischen Boden- und Deckplatte sichtseitig Mantelteile um einen dreistufig regelbaren Elektroeinsatz mit maximal 7,5 kW Gesamtleistung. Sowohl die frontseitig zweigeteilte Darstellung von der „Ehernen Schlange“ und dem „Kreuztod Christi“ als auch die „Paradiesgeschichte“ auf der rechten Ofenseite werden dem hessischen Multifunktionskünstler Philipp Soldan zu Frankenberg (um 1500 bis 1569) zugeschrieben, s. Ofenbeschreibung Nr. 126.
Die linke Seitenplatte zeigt „Die Historie von der Hochzeit zu Kana in Gallilea. J.O.H.2“: An einer reichlich gedeckten Hochzeitstafel sitzen, neben dem Brautpaar, Jesus und die Hochzeitsgäste. Das Sockelfeld zeigt in vegetabiler Verbindung, jeweils kreisrund gefasst, einen Löwenkopf zwischen einem weiblichen bzw. männlichen Brustbild.
Die Tiefenwirkung des Gesamtbildes einschließlich der Architektur im Hintergrund, volkstümliche Darstellungen sowie die Ornamentierung durch Gebrauchsgegenstände sind für den Harzer „Meister Ronnung“ typisch.
Bei dem schon seit dem 16. Jahrhundert vor allem in Nordfriesland beheimateten Fünfplattenofen handelt es sich ursprünglich um einen „historischen Allesbrenner“: Neben der üblichen Biomasse in Form von Stroh, Holz und Torf wurde auch getrockneter Dung oder Strandholz verfeuert. Erste Ofenlieferungen erfolgten überwiegend aus dem Harz. Die in der Sammlung gezeigten „elektrifizierten Bilegger“ sind Belegstücke für die über fünfhundertjährige Geschichte des Plattenofens. Vgl. auch Öfen Nr. 126 und Nr.128

Sammlung