Sammlung

"Fünfplattenofen", dat. 1708
Fürstpröpstlich-ellwangische Hütte Wasseralfingen

Klassisch hochrechteckiger Fünfplattenofen mit kurzem Wandansatz auf handgeschmiedeten, runden Stützfüßen. Hohlkehlengefasste Boden- und überbreite Deckplatte mit rechteckiger Öffnung für ursprünglich nachfolgenden Speicheraufsatz. Frontseitig ringwulstartige Henkelvase mit Blumenstrauß, als einteiliges Gussmodel erkennbar, über Jahreszahlkartusche. Dickwandig gegossene, flächendeckend mit Spiralrankenwerk und eingebundenem Blüten- und Traubenmotiv ornamentierte Seitenplatten. Schuppengemusterte Rundbogenleisten mit Bolzenloch, flachem Gegenstück und handgeschmiedeten Schrauben sowie Vierkantmuttern.
Im Zusammenhang mit der erfolgreichen Produktion von Gusswaren und Ofenplatten der im Jahre 1670 neugegründeten fürstpröpstlich-ellwangischen Hütte Wasseralfingen sind zwei Familien namentlich erwähnenswert: Aus der Mögglinger Künstlerfamilie Paulus sowohl Johann Paulus als auch sein Sohn Melchior, für die künstlerische Gestaltung der Gussmodeln. Die Familie Paulus war nachweislich ab 1680 bis in die Dreißigerjahre des 18. Jahrhunderts für das Wasseralfinger Schmelzwerk als Modellieferant tätig. Ferner der aus einem „Eisengießergeschlecht“ stammende Wolfgang Karl Babo, als Gießereifachmann bereits ab 1666/67. Vgl. Ofen Nr. 258.

Höhe: 86,5 cm
Breite: 44 cm
Tiefe: 69,5 cm
Gewicht: 102 kg
Brennstoff: H,T
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