„Etasjeovner“ um 1920
Ulefos Jernvaerk, Ulefoss/Norwegen
Geschichtsträchtiger dreistöckiger Etagenofen in streng rechteckiger Grundform, mit S-förmigem Zugverlauf. Fünfteiliger Brennraum auf separat gefertigter Bodenplatte mit kanneliertem Fußwerk und dazwischen gesetzten Zierblenden. Reversibles Rostlager mit Tafelrost und doppelter Zuluftführung innerhalb der Schürtüre. Brennkammerseitenwände mit kreisrund gefasstem Motiv einer Flötenspielerin. Leicht zurückversetzte zweite Etage mit offener Kochkammer und draperieartigen Seitenverzierungen. Nachfolgend, in geschwungener Linienführung, eine dritte Etage mit offenem Warmhaltefach und sternenverzierten Seitenplatten.
Wahlweise oben wie hinten montierbarer Rauchrohrstutzen bzw. Revisionsdeckel. Die lange Geschichte norwegischer Etagenöfen in vergleichbarer Form beginnt um das Jahr 1760 mit einem dreistöckigen Ofen in pyramidalem Aufbau aus dem Boerums Werk in der Nähe von Oslo. Hauptmotiv: Venus auf dem Schwanenwagen. In identischer Bauweise existiert auch noch ein von der Eisenhütte in Moss gefertigter Etagenofen aus dem Jahre 1769, jedoch bereits im Louis-Seize-Stil. Als Bildschnitzer hierfür wird Heinrich Lorentzen Bech (1718-1776) genannt, einer der berühmtesten norwegischen Holzbildhauer, dessen Bildmotive wohl nicht nur als Vorbild dienten. Möglicherweise ließ sich auch Jacob Morath, ein aus England stammender Bildhauer und Modellschnitzer von ihm inspirieren, wie ein 1786 wiederum im Boerums Werk gegossener Ofen zeigt.
Unter Beibehaltung des Louis-Seize-Stils kamen 1796, 1802, 1825, 1830 und in den Jahren um 1920 modifizierte Varianten hinzu, wie das hier dargebotene und noch in einem Katalog aus dem Jahre 1939 enthaltene Exemplar. Etagenöfen als klassische Holzbrandöfen werden in Norwegen bis zum heutigen Tage gefertigt. Der genaue Werdegang und Weg dieses traditionsträchtigen und bewährten „Uraltmodells“ bis hin zur ursprünglich im Jahre 1657 gegründeten Eisenhütte Ulefos bleibt vermutlich ein Geheimnis. Auch heute noch fertigt Ulefos qualitativ hochwertige Gusseisenöfen dieses Typus, sogar in emaillierter Ausführung.

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