Sammlung

„Regulier-Salon-Ofen“ um 1890
Wiedaer Hütte, Wieda/Harz

Monströser Großraumofen in oktaedrischer Grundform, mit erhöhtem Brennraum und zylindrischen Zugverlängerern. Primärluftführender, einteilig gegossener Aschenkastensockel zwischen unterem und oberem Übergangsrahmen, auf schwerem Fußsockel mit dreiteiligem Einlageboden. Vierteiliger Brennraum mit zuluftführender Schür- bzw. Feuerungstüre, Steh- und Tafelrost. Auffällig wulstartig ausgeformtes Übergangsstück von oktaedrisch auf rund. Dreiteiliger, durch Zwischenringe getrennter, steig- und sturzzugführender Säulenaufbau unter kelchartigem rundem Schlusselement mit Revisionsdeckel und ausladender Bekrönung. Hüttentypische, detailverliebte, teils figurale Oberflächenausgestaltung. Stabrandgefasste Kassettenornamentik der großen Zylinder zwischen horizontalem bzw. vertikalem Bandwerksdekor.
Die in der Gründerzeit rasch gestiegene industrielle Leistungsfähigkeit ließ auch im Ofenbau einiges „in den Himmel wachsen“. So erfolgte sogar die Versorgung von Großräumen - vor allem öffentlicher Gebäude wie Schulen, Rathäusern, Kirchen, Kasernen - mit Wärme lange Zeit ausschließlich über leistungsstarke Einzelöfen. Die „Maximalheizkraft“ wurde, je nach Einsatzbereich, mit bis zu 100 cbm/qm Abstrahlungsoberfläche angegeben.
Die für ihren qualitativ hochwertigen Präzisionsguss weithin bekannte Wiedaer Hütte leistete dabei einen nicht unwesentlichen Beitrag. Der hier im Bergezustand gezeigte, mit der Nr. 156 gemarkte „Großraumofen“, der den Tanzsaal einer Gaststätte beheizte, findet sich noch in Verkaufsunterlagen aus dem Jahre 1913.

Höhe: 310 cm
Breite: 92 cm
Tiefe: 92 cm
Gewicht: ca. 300 kg
Brennstoff: H, T, LK
Copyright 2014-2020 | Deutsches Eisenofenmuseum | Karin Michelberger & Wilfried Schrem | Impressum & Datenschutz