"Ringwulstofen" um 1760
vmtl. Hüttenamt Bodenwöhr/Bodenwöhr
Vertikal gegliederter, dickwandiger Repräsentationsofen in zeittypischer Form und Oberflächengestaltung. In vier Hauptteilen im Schablonenlehmguss hergestellter „Hinterlader“. Zylindrisches, frontseitig rocaillengeschmücktes Unterteil mit gewulsteter Basis auf im Urschweißverfahren angesetzten, leicht geschwungenen Klauenfüßen. Rückseitig kubischer Feuerungsschacht, sog. „Kurzhals“. Ebenfalls zylindrisches, durch Profilringe und Ringwulst begrenztes, palmettenverziertes Mittelstück mit Schrägrohrstutzen. Formgleiches, leicht zurückspringendes Oberteil mit umlaufender Federschmuckverzierung. Gewulsteter Revisionshut mit Engelsköpfchen. Zur „Verfertigung“ der im Lehmguss hergestellten „Rund- oder Canonöfen“ ab den Fünfzigerjahren des 18. Jahrhunderts sind „Schmelz- und Formmeister“ aus dem Erzgebirge benannt.
Die Anfänge der ursprünglich als Hammerwerk gegründeten Eisenhütte lassen sich auf das Jahr 1464 datieren. Der Umbau zum Hochofenwerk gegen Ende des 17. Jahrhunderts ermöglichte die Herstellung vielfältiger Gusswaren. So werden für die Jahre 1694 -1696 auch geschnitzte „Ofenplattenmodelle“ erwähnt.
Zu den vielfältigen Erzeugnissen des Bodenwöhrer Berg- und Hüttenamts zählten um die Mitte des 19. Jahrhunderts neben dem Ofenguss auch der Kunst- und Statuenguss. Als Erzeugnisse der Zweigniederlassung der seit 1927 zur Bayerischen Berg-, Hütten- und Salzwerke AG gehörenden Bodenwöhrer Hütte sind im Jahre 1955 u.a. immer noch Dauerbrand- und Quintöfen aufgeführt („Bodenwöhr“, Wilhelm Blab, Verlag Gemeinde Bodenwöhr, 1960).

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