"Elektroofen" um 1955
Ahlmann-Carlshütte KG/Rendsburg
Typischer „Bilegger“ mit biblischen Motiven nach Modellvorlagen Philipp Soldans zu Frankenberg (um 1500 bis 1569) in neuzeitlicher Ausführung. Schwere, hochformatige Mantelteile zwischen hohlkehlengefasster Boden- und Deckplatte auf schmiedeeisernem Fußgestell, einteilig vormontiert. Landestypische, abschraubbare, kugelförmige, aus Messing gefertigte Handwärmer.
Rahmengefasste Frontplatte mit angesetzten Rundleisten und leicht zurückspringender, unterteilter Bildfläche: Als Doppelmotiv die „Eherne Schlange“ und „Christus am Kreuz“. Im Sockelfeld die großflächige Jahreszahl 1591, geteilt durch ein Maskaron im Kreis. Beide Längsseiten mit jeweils vier Szenen aus der Paradiesgeschichte, in Anlehnung an deren zweite Fassung (s. auch Museum Hjörring, Dänemark): Die Erschaffung des Menschen, Adam und Eva unter dem Baum der Erkenntnis, Austreibung aus dem Paradies und Adam bestellt den Acker (nach „Philipp Soldan zum Frankenberg“, A. Kippenberger). Wie zu dieser Zeit üblich, finden sich bei den für den Plattenguss notwendigen Holzmodeln vielfach Querverbindungen zu zeitgenössischen Druckvorlagen namhafter Künstler.
Auf der zu den Frühwerken Soldans zählenden Platte finden sich sowohl sein eigener als auch der Namenszug des Gießers: „Gegasse(n) von Cord Scharppen“. Für die Rendsburger Modellvorlagen wird laut Inventurliste ebenfalls das Jahr 1591 - also das Jahr dieser Abgüsse - genannt. Neben biblischen Motiven wurden zur Ummantelung „der Elektrik“ auch barocke und klassizistische Ofenplatten angeboten. Vgl. auch Öfen Nr.251 und Nr. 128

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