"Kastenofen" um 1800
Eisenhütte Laufach/Spessart
Geschichtsträchtiger „Laufacher“ Kastenofen auf schmiedeeisernem Fußgestell in zeittypischer Bildgebung im Flachrelief, für langflammige Brennstoffe. Hoch- bzw. längsrechteckige, umlaufend stegrandgefasste Plattenformate, die Motive im Brennkammerbereich zusätzlich fleuronartig gerahmt.
Brennkammerseitenwände mit Darstellung der griechischen Friedensgöttin Eirene mit Lorbeerkranz, im Triumphwagen, von Puttis gezogen. Als Vorlage diente möglicherweise das Attika-Relief des Brandenburger Tors nach Entwürfen von Christian Bernhard Rode (1725-1797), einem Berliner Historienmaler und Radierer.
Frontseitig, vor einem Olivenbaum samt Früchtekorb, Erdmutter Kybele mit Mauerkrone - in kniender Pose vor einem Opferstock, eine Fruchtgirlande opfernd. Die Seitenwände des Oberofens zeigen ebenfalls - wie die Brennkammerseitenwände - die allegorische Darstellung von Fruchtbarkeit und Liebe: Kybele mit Füllhorn und Lorbeerast sowie Putto, einen Löwen zähmend - als Sinnbild der Vergilschen Formel „omnia vincit amor“. Frontseitig auch hier die Friedensgöttin Eirene mit Lorbeerkranz und teils entblößter Brust. Der Einzelnachweis einer identischen Ofenplatte aus dem beschriebenen Bilderzyklus, jedoch mit dem Schriftzug: LAUFACHER-OFEN lässt die Laufacher Eisenhütte als Urheber für den Gesamtentwurf gesichert erscheinen.
1969 feierte das Eisenwerk Laufach seinen 500-jährigen Geburtstag. Die Zeit um 1800 wird in einer Gedenkschrift als „Blütezeit“ des Laufacher „Schmelz- und Eisenhammers“ beschrieben.

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