Sammlung

"Regulier-Salon-Ofen" um 1890
Wiedaer Hütte, Wieda/Harz

Monumentaler, hüttentypisch präzise gearbeiteter Historismus-Großraumofen in oktaedrischer Grundform mit Kochkammer und zugverlängerndem Säulenaufbau mit Steig- und Sturzzug. Einteilig gegossener, primärluftführender Aschenkastensockel zwischen Bodenplatte und Übergangsrahmen. Großer vierteiliger Brennraum mit Schür- und Feuerungstüre für Sekundär- und Tertiärluftführung und seitlicher Bildgebung im Hochrelief: Handwerker in Feierabendlaune. Geräumige Kochkammer mit auffällig durchbrochen gearbeiteten Flügeltüren in figuraler Ausführung. Leicht zurückspringender Rahmenaufbau mit wulstartigem Übergangsring zwischen Kochkammer und vierteiliger Säulenanordnung. Medaillongefasste, niedrige Schmuckzylinder mit Genrebildern nahrungszubereitender Zwerge. Tellerartiger Abschluss mit mehrteiliger Blattkrone.
Dank der guten Geschäftsbeziehungen zum hannoverschen Ofengroßhändler Oscar Winter wurden die zahlreichen Ofenprodukte der Wiedaer Eisenwerke weit über lokale Landesgrenzen hinaus verbreitet. Nach heutigem Stand der Recherche sind von dieser Hütte knapp 350 Ofenmodelle bekannt.
Ein konkretes Gründungsjahr für das Eisenwerk Wieda ist nicht bekannt. Vermutlich nahm die Eisengewinnung im Südharz mit dem Zuzug Kölner Zisterziensermönche in das Kloster Walkenried zu Beginn des 12. Jahrhunderts ihren Anfang. Die Verhüttung von Kupfereisen im Bereich Wieda und Zorge aus dieser Zeit ist dokumentiert („Der Bergbau bei Zorge und Wieda im Harz“, Pfeiffer/Dittmann, Förderkreis Heimatmuseum Zorge e.V., 2022).

Höhe: 260 cm
Breite: 63 cm
Tiefe: 63 cm
Gewicht: 160 kg
Brennstoff: H, T, LK
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