"Regulier-Ofen" um 1885
Tanner Hütte, Tanne/Harz
Zeittypisch prunkvoller „feiner Regulierofen“ in querrechteckiger Grundform und vertikaler Gliederung, im Stile der Neorenaissance. Niedriger, einteilig gegossener, primärluftführender Aschenkastensockel zwischen hohlkehligem Rahmenwerk. Vierteiliger Brennraum mit integrierter Feuerungs- bzw. rahmenunterlegter, sekundärluftführender Schürtüre. Mit hängenden Blumenkörben verzierte Seitenwände. Auffällige Kochkammer mit profilstabgefassten, durchbrochen gearbeiteten Flügeltüren in geschwungener Form und mit überlappender Blattblütenornamentik. Gewulsteter Querschacht auf leicht ausladendem Doppelrahmen mit integrierter Rauchumlenkfunktion. Hohe Warmhaltekammer mit gestreckter Rundbogentüre und ebenfalls auffälligem Groteskrankenwerk,
sichtseitig auf gepunzter Fläche fleuronartig gerahmt.
Flacher Revisionsdeckel auf leicht ausladendem Kranzgesims mit dreiteilig-spektakulärer Bekrönung: Zentral auf einen Wellengiebel mit Rocaille gelehnten, einen Blumenkorb haltenden Putti. Hüttentypische Ziergriffe und Knebelschrauben.
Die wirtschaftlich gesunde Lage der Tanner Hütte zum Produktionszeitpunkt spiegelt sich auch in der exzellenten Gussqualität wieder. Um das Jahr 1335 findet die im Jahre 1355 von Bischof Albecht von Halberstadt an die Grafen von Regenstein übergebene Hütte erstmals Erwähnung. Dieses Modell wurde in 2 unterschiedlichen Größen gefertigt. Vergleiche diesen Ofen.

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