Sammlung

"Füllregulierofen", dat. 1891
Julius Wurmbach/Bockenheim

Bunt emaillierter, teils goldgefasster, dreiteilig vormontierter Repräsentationsofen in querrechteckiger Grundform. Auf schwerem Fußsockel separat verankerter vierteiliger Aschenkastensockel mit breiter Aschenkastentüre in „Beschlagwerksoptik“ und mit Querriegelverschluss. Ebenfalls vierteiliger Brennraum mit vertikal-vegetabiler Bordüre und detailreicher Heizbrust:
Aufgrund Wurmbachs Mitgliedschaft bei der örtlichen Handelskammer durfte auch der Hermesstab als Symbol für Wirtschaft und Handel nicht fehlen. Markantes Oberteil mit Rundbogen, lisenengefasster, offen ausgeführter Kochnische und durchbrochen
gefertigter Flügeltüre. In auffälliger Plastizität in Erkerform ausgearbeitete Seitenwände mit Edelmann und traditioneller Wappenfahne der Stadt Frankfurt am Main. Ausladender Revisionshut mit Schuppendach und bekrönender neunteiliger Zierbrüstung. Zu den zahlreichen, herstellertypischen guss- bzw. feuerungstechnischen Rafinessen der Bockenheimer Eisenhütte gehörten neben den patentierten Rillensteinen für den Brennraum sowohl das schwere Rostsystem mit reversiblem, teilverschließbarem Rüttelrost als auch der auswechselbare Schürtürrahmen samt Stehrost und Hitzeschutzplatte. Die dreiteilige Zuluftführung mit auffälligem Tertiärluftschieber ermöglichte bereits zu dieser Zeit den Abbrand nach dem sog. „top-down-Prinzip“.
(Siehe auch diesen Ofen)
Die Hüttengeschichte der Bockenheimer Eisengiesserei ist untrennbar mit einer der auffälligsten Gründerzeit-Persönlichkeiten verbunden: Julius Wurmbach (1831-1901). Nach Besuch des Progymnasiums in Brilon und der höheren Bürgerschule in Siegen wurde er zunächst Bergeleve in preussischem Staatsdienst mit anschließendem Studium der Berg- und Hüttenkunde in Berlin und Freiberg. Im Anschluss an seine Tätigkeit als Bergwerks- und Hüttendirektor von 1857-1861 im siegerländischen Müsen, seinem Geburtsort, leitete er von 1861-1871 als Teilhaber und Direktor die Nieverner Hütte. 1872 gründete er seine eigene Eisengiesserei in Bockenheim am Main, die später um eine Ofen- und Maschinenfabrik erweitert wurde.

Höhe: 167 cm
Breite: 48,5 cm
Tiefe: 39,5 cm
Gewicht: 140 kg
Brennstoff: H, T, LK, KK
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