"Rundofen" um 1905
De Dietrich/Niederbronn
Traditionell gefertigter vierteiliger „Rundofen“ für „Holzbrand“ in schlichter Aufmachung. Einteilig gegossener Brennraum mit angeformtem Wandschacht auf dreiteiligem, im Urschweißverfahren angesetztem, leicht ausgestelltem Fußwerk. Stab- und ringwulstgefasste zylindrische Bauteile. Leicht zurückspringendes Schlusselement in hutartiger Ausführung mit Schrägrohrstutzen. Für das Elsass sind schmucklos gehaltene „Ringwulstöfen“ zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter der Bezeichnung „Pommeröfen“ nachgewiesen und werden auch noch zur Jahrhundertwende katalogisiert.
Ob die Bezeichnung „Pommerofen“ auf den mit einem kaiserlichen Privileg auf einen holzsparenden Ofen aus dem Jahre 1582 ausgestatteten Wolfgang Pommer aus Nürnberg zurückzuführen ist, bleibt offen. („Ofenplatten und Plattenöfen im Elsass“, Dr. Kassel, Illustrirte Elsässische Rundschau, Strassburg, 1903) Nach Dr. Kassel bedeutet „Bummer“ mundartlich „dicker Hund“ bzw. „dicker Gegenstand“, so dass auch diese Herleitung der Ofenbezeichnung möglich sein könnte.
In seiner Tradition als „beizulegender Ofen“ erfreute sich dieser Typus in den ländlichen Gegenden des Elsass bis in die Anfänge des 20. Jahrhunderts großer Beliebtheit, konnte doch küchenseitig ein kochtauglicher, sog. „Vorofen“ angebaut werden: Der eigentliche Ofen diente nur noch als „Restwärmeverwerter“. Einer der leichtesten wie auch jüngsten Vertreter dieser Gattung.

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