"Canonenoefen" um 1835
Kgl. Württ. Hüttenwerk Wasseralfingen/Wasseralfingen
Zwischen 1825 und 1849 hergestelltes Ofenpärchen in identischer Architektur und Bildgebung, bei geringfügig unterschiedlichen Maßen und Gewichten. Laut Originalmusterbuch trägt der kleinere Ofen die Seriennummer 4, der größere die Seriennummer 4 f.
Drei- bzw. vierteiliger, sich nach oben verjüngender Aufbau in runder Grundform auf dreibeinigem, leicht geschwungenem Fußwerk. Primärelement kubisch zum Wandanschluss verlängert, für Befeuerung vom Nebenraum, mit breiter Öffnung und alleingestellten Blattmasken als Zierat. Sekundärzylinder mit umlaufendem Schmuckband in Eichenlaub sowie fleuronartigen Verzierungen der Revisionshauben. Auffallend lange Schrägrohrstutzen, Nach den bereits zwischen 1816 und 1825 gezeigten „namenlosen Zimmeröfen in Ringwulstform“ findet sich für diese im oben erwähnten Zeitraum bereits als Sammelbegriff die Bezeichnung „Canonenofen“. Das immer noch aufwändige Herstellungsverfahren dieses Ofentyps wird zunehmend durch die mittlerweile populäreren zylindrischen „Rundöfen“ abgelöst, die ab dem 2. Drittel des 19. Jahrhunderts auch namentliche Zuschreibungen finden. Der Ringwulstofen heißt zwar weiterhin „Kanonenofen“, jedoch werden für die Rund- bzw. Säulenöfen bereits zweckgebundene bzw. stilistische Merkmale bei der Namensgebung berücksichtigt. So wird zwischen „Saal-, Postament-, Salon- und canellirten Säulenöfen“ unterschieden.
Eine zusätzliche begriffliche Erweiterung erfolgt ab der Mitte des 19. Jahrhunderts aufgrund der veränderten brennstoffspezifischen Nutzung: Begriffe wie „Koks-Füllofen“ oder „Postament-Füllofen“ vervollkommnen nun die Entwicklungsgeschichte der spezifischen Namensgebung. Vgl. auch Ofen Nr. 071.

Sammlung
Copyright 2014-2023 | Deutsches Eisenofenmuseum | Karin Michelberger & Wilfried Schrem | Impressum & Datenschutz