Sammlung

"Rundofen" um 1810
Hüttenamt Bodenwöhr/Bodenwöhr

Dickwandiger, im Lehmgussverfahren fünfteilig hergestellter Rundofen in klar gegliederter klassizistischer Aufmachung. Trommelförmiges Unterteil mit Wandschacht auf separater, dreibeiniger Bodenplatte. Zugverlängerndes Mittelstück mit Rohrstutzen und Rauchgasschikane. Glockenförmiger Rauchgassammler mit separat gegossener Kuppel als Revisionsöffnung und kelchförmigem Wasserverdunstungsgefäß als Abschlusselement.
Vermutlich in Anlehnung an zeitgleich entstandene Fayenceöfen gestaltetes Modell, mit auffällig umlaufenden Flechtbandverzierungen und stabrandunterteilten Zylinderflächen mit darin wiederkehrender Ornamentik.
Zu den zahlreichen, im Lehmgussverfahren hergestellten Erzeugnissen der Bodenwöhrer Hütte zählten bereits im Jahre 1758 auch Rundöfen. Als möglicher Modellgeber kommt der Bildhauer Franz Anton Schwanthaler (1767-1833) in Frage, der zum Gestehungszeitpunkt dieses Ofens für das Hüttenamt künstlerisch tätig war.
Als Vorläufer des späteren Eisenhammers Bodenwöhr wird das „Hammerwerk am Weichselbrunner Weiher“ erwähnt - ein Eisenhammerwerk, welches vermutlich schon im 13. Jahrhundert betrieben wurde („Bodenwöhr“, Wilhelm Blab, Verlag Gemeinde Bodenwöhr, 1960).

Höhe: 154 cm
Durchmesser: max. 43 cm (incl. Schacht)
Gewicht: 112 kg
Brennstoff: H, T
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