Sammlung

"Regulierofen" um 1900
Amalienhütte/Laasphe

Aufwändig gestalteter „Allesbrenner“ aus der Übergangszeit zwischen Historismus und Jugendstil mit flächendeckendem, stilisiertem Blumendekor. Vertikal unterteilter, in Einzelteilen gefertigter Multifunktionsofen in rechteckiger Grundform. Konisch gearbeiteter Aschenkastensockel mit primärluftführender Aschenkastentüre auf schwerer Bodenplatte und über Eck gesetztem Fußwerk.
Vierteiliger Brennraum mit zuluftführender Füll- bzw. Schürtüre. Geräumige Kochkammer mit durchbrochenen Flügeltüren, nachfolgend Zugverlängerer als Übergang zu hoher, leicht zurückspringender Warmhaltekammer. Flacher Abschluss mit über Eck montierter, vierteiliger Zierkrone. Dieses in drei Größen gefertigte Modell gab es wahlweise mit Kipp- oder Schüttelrost sowie auch „ausgebauchter (Koch-)Kachel“. Vermutlich noch unter dem Einfluss von Ludwig Blöcher (1862-1922) entstandenes Ofenmodell für kunstinteressiertes Bürgertum.
Auf der Suche nach zweckgebundenen Formen, die dennoch dem Zeitgeschmack gerecht wurden, war Blöcher einer der letzten großen Modellschöpfer heimischer Ofenproduktion gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Neben der Amalienhütte beeinflussten seine Entwurfszeichnungen auch die Modellvielfalt der Ludwigs- bzw. Wilhelmshütte.

Höhe: 222 cm
Breite: 57 cm
Tiefe: 45 cm
Gewicht: 140 kg
Brennstoff: H, T, LK
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