Begriffserklärung

Der Kachel-Ofen

Innerhalb des unspezifischen Sammelbegriffs der „Rundöfen“ findet sich auch der sog. „Kachel-Ofen“, ein in seiner Architektur eigenwilliges Kochgerät - und ein klassisches Beispiel dafür, wie die Funktion die Form bestimmt. Meist auf der Basis kohle- und damit dauerbrandtauglicher Unteröfen konzipierter „Kochofen“ in runder bis ovaler Grundform mit namensgebender „Koch-Kachel“.

Werden Kacheln im herkömmlichen Sinne als „Tonfliesen“ in unterschiedlicher Formgebung verstanden, bezieht sich der mitunter regional verwendete Begriff der „Kachel“ auch auf ihre Funktion als (Koch-)Geschirr. Als Ofenbestandteil in zentraler Funktion zur Speisenzubereitung sorgt die „Kachel“ in ihrer Kombination mit geeigneten, meist kohletauglichen Unteröfen für eine begrifflich-typologische Neuschöpfung.

Wegweisend waren wohl die bereits im Kastenguss gefertigten und als Modelleinrichtung daher schon vorhandenen „Absatz-, Pott- oder Mittenengeröfen“, die auf Grund ihrer engen Bauweise über dem Rost ein kompaktes Durchglühen schwarzer Brennstoffe ermöglichten. Die auch von anderen Herstellern geführte Bezeichnung „Siegener Kachelofen“ verweist auf die ursprüngliche Entstehungsgeschichte dieses Ofentyps. Sein Produktionszeitraum ist zwischen dem 2. Drittel des 19. bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts zu datieren.

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